Zimmerer haben eine sichere Zukunft vor sich

Freisprechungsfeier Die Prüflinge haben ihre Gesellenbriefe bekommen, zudem gab es zwei Goldene Meisterbriefe

Die Freisprechungsfeier der Zimmerer aus der Zimmerer-Innung Donau-Ries in Wemding. Auf dem Bild Zweiter von links, Leon Gunzenhauser, war Prüfungsbester. Foto: Corinna Grimmeißen

Von Corinna Grimmeißen

Wemding 185 Prüflinge sind im Sommer diesen Jahres zur Gesellenprüfung der Zimmerer angetreten, 98 Prozent davon haben ihre Prüfung bestanden. Ein kleiner Teil davon, 14 Junggesellen und eine Junggesellin, haben ihren Gesellenbrief vergangenen Freitag bei der Freisprechungsfeier der Zimmerer-Innung Donau-Ries in Wemding in Empfang genommen.

Eine besondere Ehre wurde den Freizusprechenden erwiesen: Sämtliche Vertreter der Politik waren anwesend – beispielsweise die beiden Oberbürgermeister des Landkreises, David Wittner aus Nördlingen und Jürgen Sorré aus Donauwörth. Aber auch Landrat Stefan Rößle und einige Kreisräte wie auch Landtagsabgeordnete aus der Region waren in das Gasthaus „Zur Wallfahrt“ gekommen. Franz Motz, Obermeister der Zimmerer-Innung sagte in seiner Eingangsrede, dass es nicht nur die Akademiker brauche und dass die jungen Ausgelernten den richtigen Weg eingeschlagen hätten, denn es brauche auch die Ausführenden.

Wemdings Zweiter Bürgermeister, Johann Roßkopf sagte: „Ihr habt mit eurem Beruf einen großen Vorteil gegenüber anderen Menschen: Man sieht nach Feierabend, was ihr geschafft habt.“ Landrat Stefan Rößle gab den jungen Gesellen mit auf den Weg: „Ihr gehört schon zu den ganz Harten – man könnte sagen, ihr seid aus gutem Holz geschnitzt.“ Der Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler sagte zu den Zimmerern: „Ihr seid der Inbegriff für Fleiß, Ehrgeiz, Leidenschaft und vor allem Qualität am Bau.“, sagte er. Eine sichere Zukunft würden die jungen Zimmerer ebenfalls haben: „Denn ich denke nicht, dass man in absehbarer Zeit einen fertigen Dachstuhl auf Amazon bestellen kann.“ Die Festansprache wurde von Hans-Peter Rauch, dem Präsident der Handwerkskammer für Schwaben abgehalten. Er kam für die Freisprechungsfeier aus Kempten in den Landkreis. „Ihr tragt nicht nur zum Klimaschutz bei, ihr kombiniert traditionelles Handwerk mit modernster Technik. Euch stehen alle Türen offen!“, sprach er den Gesellen Mut zu.

Joachim Sigg, stellvertretender Kreishandwerksmeister, übernahm die Freisprechung der Zimmerer des Landkreises. Die angehenden Gesellen erhoben sich in traditioneller Zimmermannskluft von ihrer Plätzen und der Handwerksmeister sprach sie von ihren Lehrlingspflichten frei. „Gott schütze das ehrbare Handwerk.“, beendete er seine Ansprache. Im Anschluss wurden die Gesellenbriefe übergeben. Prüfungsbester war in diesem Jahr Leon Gunzenhauser, der seine Ausbildung zum Zimmerer in der Zimmerei Stark in Auhausen abgeschlossen hat. Die einzige Gesellin in diesem Jahr, Lea Ruprecht, hatte die erste Etappe ihres fünfjährigen dualen Studiums mit der Gesellenprüfung erreicht.

Eine weitere Besonderheit hatte das Abendprogramm an diesem Tag noch parat: Zwei Goldene Meisterbriefe wurden verliehen. Einen goldenen Meisterbrief erhält jener, der vor 35 Jahren seine Meisterprüfung abgelegt hat und seither durchgehend selbstständig oder in leitender Stellung als Meister tätig war. In diesem Fall waren es Johann Friedel und Markus Hönle, die, wie der Handwerkskammer-Präsident sagte, „lebenslanges Lernen nicht nur als Wort sehen, sonder als Tat“.

Im Schlusswort sprach Günter Enßlin, Prüfungsausschussvorsitzender der Zimmerer, seine Glückwünsche aus und wünschte, dass die Zimmerer ihren Firmen treu bleiben und sagte abschließend: „Ihr habt einen guten Beruf erlernt, auf den ihr stolz sein könnt. Seit 2008 verzeichnen wir einen kontinuierlichen Anstieg der Lehrlingszahlen –das spricht für die richtige Wahl.“ Gemeinsam mit ihren Firmen und Angehörigen ließen die freigesprochenen Zimmerer den Abend bei Essen und guten Gesprächen ausklingen.