Sanitärtechnik
Mit dem Fach Sanitärtechnik erwerben die Sie fundierte Kenntnisse für die Planung und Umsetzung moderner, hygienischer und sicherer Sanitärsysteme, denn eine zuverlässige und hygienische Wasserversorgung ist essenziell für jedes Gebäude.
- Trinkwasserhygiene & Schutz der Gesundheit – Planung hygienischer Trinkwassersysteme unter Berücksichtigung von Legionellen-Prävention, Stagnationsvermeidung und thermischer Desinfektion.
- Wasserversorgung & Entwässerung – Fachgerechte Dimensionierung von Trinkwasser- und Abwassersystemen für Schmutz- und Regenwasser.
- Sicherheitsarmaturen verstehen & anwenden – Integration von Sicherungs- und Sicherheitsarmaturen zum Schutz der Trinkwasserqualität und Gebäudetechnik.
- Gasinstallation & Sicherheit – Grundlagen der Erd- und Flüssiggasinstallation sowie die Auswahl und Einbindung von Gassicherheitsarmaturen.
Heizungstechnik
Das Fach Heizungstechnik vermittelt praxisnahes Wissen für die Planung effizienter und zukunftssicherer Heizsysteme – eine Schlüsselkompetenz für die moderne Gebäudetechnik. Moderne Heizungsanlagen müssen nicht nur zuverlässig, sondern auch energieeffizient sein.
- Projektarbeit: Heizungsplanung für ein Einfamilienhaus – Von der ersten Berechnung bis zur fertigen Anlage entwickeln wir ein vollständiges Heizkonzept.
- Berechnung & Auslegung – Heizlast, Heizkörperdimensionierung und Rohrnetzauslegung unter Berücksichtigung von Wärmeschutz und effizienter Anlagentechnik.
- Komponentenauswahl – Welche Rohre, Armaturen, Heizkörper, Pumpen und Thermostatventile sind die richtige Wahl für eine nachhaltige Heizlösung?
Der Lernbereich Wärmepumpen vermittelt Kenntnisse über Funktionsweise, Planung, Installation und Betrieb moderner Wärmepumpensysteme.
Zu den zentralen Inhalten gehören zunächst die thermodynamischen Grundlagen, insbesondere der Carnot-Prozess, Wärmeübertragung sowie der Begriff der Leistungszahl (COP und JAZ). Darauf aufbauend werden die Hauptbauarten von Wärmepumpen behandelt: Luft-Wasser-, Sole-Wasser-, Wasser-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen, jeweils mit ihren Einsatzbereichen, Vor- und Nachteilen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Komponenten einer Wärmepumpenanlage, wie Verdichter, Verdampfer, Kondensator, Expansionsventil, Kältemittel und Hydraulik. Ergänzend werden die Eigenschaften und Umweltaspekte verschiedener Kältemittel betrachtet, darunter natürliche Kältemittel wie Propan (R290). Die theoretischen Inhalte werden an einer Trinkwasserwärmepumpe, einem Wärmepumpenlehrstand und einer Luft- Wasser- Wärmepumpe vertieft und anschaulich dargestellt.
Abschließend werden Betrieb, Wartung und Fehlerdiagnose, typische Störungen, Effizienzoptimierung, sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie Gebäudeenergiegesetz (GEG), F-Gas-Verordnung und Fördermöglichkeiten behandelt.
Kältetechnik
Im Fach Kältetechnik steht die zukunftsorientierte Planung, Berechnung und Optimierung von Kälte- und Klimasystemen im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, den Kältemittelkreislauf von Kompressionskältemaschinen von Grund auf zu projektieren. Ein zentrales Werkzeug ist hierbei das h\log p-Diagramm, auf dessen Basis sie thermodynamische Zustandsänderungen analysieren und das thermodynamisch sowie ökologisch am besten geeignete Kältemittel auswählen. Dabei setzen sie sich intensiv mit den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen auseinander, wie etwa dem FCKW- und HFCKW-Verbot sowie dem Einsatz umweltfreundlicher Alternativen.
Anlagenplanung
In der Anlagenplanung / rechnergestützte Anlagenplanung werden professionelle Pläne und Strangschemen für die Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik erstellt. Durch praxisnahe Projekte lernen die Schüler den Umgang mit moderner Planungssoftware und erhalten wertvolle Einblicke in die technische Gebäudeausrüstung. Unser Ziel ist es, Fachwissen mit praktischer Erfahrung zu verbinden und junge Talente für die SHK-Branche zu begeistern.
Steuer- und Regelungstechnik
Angehende Technikerinnen und Techniker erwerben Kenntnisse über Steuerungs- und Regelungssysteme in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Schwerpunkte sind offene und geschlossene Regelkreise, das Verhalten von Regelstrecken sowie die Auswahl geeigneter Reglerarten (z. B. PID-Regler) – ergänzt durch praxisnahe Fallbeispiele und Simulationen.
Ein weiterer Bestandteil ist die Einführung in Smart-Home-Technologien: Mit dem Bussystem KNX und der Software ETS werden Planung und Inbetriebnahme intelligenter Gebäudeautomationssysteme – z. B. Heizungssteuerung, Lichtregelung und Verschattung – praxisnah umgesetzt.
Diese Kompetenzen sind in der beruflichen Praxis unverzichtbar – ob bei der Auslegung von Heizsystemen, der Einbindung regenerativer Energien oder der Fehlersuche im Betrieb. Mit dem Trend zu smarten und energieautarken Gebäuden bildet das vermittelte Wissen eine wichtige Grundlage für moderne Gebäudeautomation.
Innovative Anlagen
In dem Fach Innovative Anlagen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem großen Thema der Erneuerbaren Energien und deren Anlagen. Anfangen mit dem Strom- und Energiebedarf bis hin zum Potential lernen sie sämtliche Möglichkeiten kennen, grüne Energie zu erzeugen. Im Fokus stehen dabei Anlagen, die noch in der Entwicklung oder in frühen Jahren des Betriebs sind. Auch bei diesen wird über ein mögliches zukünftiges Potential diskutiert. Teilweise werden die Anlagen in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Energienutzung berechnet. Zuletzt beinhaltetet das Fach auch aktuelle und zukünftige Speichermöglichkeiten zur Energienutzung.
Künstliche Intelligenz
Das Wahlpflichtfach „Künstliche Intelligenz (KI)“ vermittelt praxisnahe Grundkenntnisse zu KI-Systemen und deren Anwendung in der Gebäudetechnik. Der Fokus liegt auf der Analyse realer Daten, z. B. zu Heiz- und Kühlbedarf, Raumklima oder Energieverbrauch. Mit der Software „Orange Data Mining“ lernen die Teilnehmenden, einfache KI-Modelle zu erstellen, um z. B. Vorhersagen zu treffen oder Systeme zu optimieren.
Typische Projekte sind die intelligente Regelung von Heizung und Lüftung, die automatische Bewertung der Raumluftqualität oder die energieeffiziente Steuerung im Smart Home. Gleichzeitig werden auch ethische Fragestellungen und die Rolle des Menschen im Zusammenspiel mit KI thematisiert.
Der Kurs zeigt, wie KI das SHK-Berufsfeld verändert – insbesondere im Hinblick auf Smart Building, KNX-Systeme, Nachhaltigkeit und digitale Wartung – und vermittelt wichtige Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen.
Bautechnik
Im Fach Bautechnik legen wir das Fundament für eine erfolgreiche, zukunftsorientierte Anlagenplanung. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Gebäude als Gesamtsystem zu verstehen, indem sie Baukonstruktionen analysieren, projektbezogene Baupläne lesen und die Eigenschaften moderner Baustoffe interpretieren. Ein zentraler Fokus liegt auf der Bauphysik: Durch präzise Berechnungen in den Bereichen Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz sowie im klassischen Bautenschutz bewerten die Lernenden die Gebäudebeschaffenheit. Auch die praxisnahe Planung von Aussparungen in Decken und Wänden für spätere Leitungswege sowie der Einsatz moderner Thermographie zur Erkennung von energetischen Schwachstellen sind feste Bestandteile des Unterrichts. Alle Ergebnisse werden dabei stets kritisch hinterfragt und sowohl nach ökologischen als auch nach ökonomischen Gesichtspunkten bewertet.
Umsetzung der Richtlinien zur Vergabe und Ausführung von Bauleistungen
Teil 1: VOB –„Verdingungsverordnung von Bauleistungen“
Die VOB ist eine Verordnung/kein Gesetz, die im Gegensatz zu anderen Gesetzen z. B. BGB-Bürgerliches Gesetzbuch speziell auf Vertragsbedingungen für die Bautätigkeiten zugeschnitten ist. Sie bildet ein kompaktes Regelwerk, dessen Beherrschung den doch immer wieder anspruchsvollen Umgang mit Qualität, Terminen und Kosten einer kleinen wie großen Baustelle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer aber auch den Umgang der Handwerker untereinander so einfach wie möglich regelt. Sie gilt juristisch als ausgewogen, obwohl es Paragraphen gibt, die mal dem Auftraggeber mal dem Auftragnehmer mehr dienen. Die in 3 Teile gegliederte VOB/A+B+C wird im Detail erläutert. Der VOB Teil A regelt die Art und Weise der Vergaben von Aufträgen, die Öffentliche Auftraggeber wie Kommunen, Freistaat und erteilen. Im VOB Teil B werden die Regeln zum Umgang zwischen den Vertragspartner festgeschrieben, im Teil C sind die techn. DIN-Normen zusammengefasst, die die Qualität sicherstellen und Abrechnung vereinheitlichen. Die VOB ist Vertragsgrundlage gleichermaßen für Auftragnehmer und private wie öffentliche Auftraggeber. Aus diesem Grund ist sie für die Technikerausbildung wichtig unabhängig davon, ob man später auf der planenden oder ausführenden Seite tätig ist.
Teil 2: HOAI -Honorar-Ordnung für Architekten und Ingenieure
Die HOAI – „Honorar-Ordnung für Architekten und Ingenieure“ ist gegliedert in die verschiedenen Fachplanungen, die auf einer Baustelle zum guten Gelingen benötigt werden. bei Bei einem großen Objekt sind es viele Fachplaner und bei einer einfacheren, kleinen Baustelle weniger.
Die Fachplanung startet bei „Flächen- und Landschaftsplanung“, geht über in die „Objektplanung“ bzw. die Fachplanung für das „Tragwerk/Statik“ und setzt sich fort in der Fachplanung „Technische Ausrüstung“, wie Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, Kälte…
Die HOAI dient dazu einerseits die vom jeweiligen Fachplaner zu erbringenden Leistungen und andrerseits das dafür fällige Honorar zu definieren.
Dazu werden die Objekte/Baumaßnahmen in Honorarzonen/Schwierigkeitsgrad eingeteilt. Abhängig von den anrechenbaren Kosten-Grundlage dafür ist die DIN 276-Baukosten – gibt es dann den Fachplanungen zugeordnet Tabellen, die das Honorar festlegen. In weiteren Paragraphen werden das Leistungsbild/Grund- und besondere Leistungen geregelt. Zu erbringenden Grundleistungen sind i. d. R. über das Honorar vergütet, welches über die Honorar-Tabellen ermittelt wurde. Besondere Leistungen fordert der Auftraggeber zusätzlich an, deren Vergütung ist gesondert zu vereinbaren und demzufolge auch zusätzlich zum Grundhonorar fällig.
Die Leistungsphasen 1-9 sind auf den Planungsprozess zugeschnitten, z. B. Leistungsphase 1 -Grundlagenermittlung…., Lph 4 Genehmigungsplanung (Bauantrag mit Baugenehmigung am Ende)…., Lph 8 Bauleitung….
Auch die HOAI wie die VOB bildet eine Vertragsgrundlage, welche speziell auf Vergütung von Bauaktivitäten, wie z.B. von Planungen, Bauleitung, d. h. Leistungen von den verschiedenen Fachplaner objektabhängig regelt.
Fazit: Grundsätzlich gilt, wenn klare und einheitliche Regeln für alle Bau-Beteiligten gelten und eingehalten werden, lassen sich kosten- und zeitintensive Auseinandersetzungen zwar nicht immer vermeiden so doch stark reduzieren. Ein reibungsloser Bauverlauf sorgt für geringere Kosten und bessere Qualität.
Arbeitsvorbereitung und Kalkulation
Der Unterricht vermittelt grundlegende Kenntnisse zur Planung, Organisation und wirtschaftlichen Steuerung von Arbeitsabläufen im SHK-Handwerk. Die Schüler/-innen beschäftigen sich mit der Arbeitsvorbereitung sowie ausgewählten Themen der Personalwirtschaft, Beschaffung und Buchhaltung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kalkulation von Leistungen und Projekten im Handwerksbetrieb. Das Fach fördert das Verständnis für betriebliche Zusammenhänge und die wirtschaftlichen Grundlagen einer erfolgreichen Unternehmensführung im Bereich Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik.

