Auch in diesem Jahr fand an der Technikerschule Donauwörth eine Projektwoche statt. Der Fächerkanon wurde hierzu für eine Schulwoche aufgehoben, so dass sich die Schülerinnen und Schüler der TS2 intensiv den Gerätschaften und Technologien des Technikums widmen konnten.
Besonderer Dank gilt den Lehrkräften Köberlein, Eberhardt, Wagner und Richter, die die Woche jeweils für ihren Fachbereich planten und umsetzten. Am letzten Tag präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten vor dem Plenum in Anwesenheit der Schulleiterin. Diese ließ es sich nicht nehmen, allen Beteiligten mit einem Weißwurstfrühstück zu danken.
SHK – Projektplanung
Im Rahmen der Projektwoche wurde ein komplexes Einfamilienhaus mit einer beheizten Wohnfläche von ca. 450 m² von den Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung SHK bearbeitet. Ziel des Projektes war die vollständige heiztechnische Planung des Gebäudes. Diese umfasste die Erstellung eines 3D-Gebäudemodells, die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 sowie die Auslegung einer Fußbodenheizung.
Das Projekt diente der praxisnahen Anwendung der im Unterricht erlernten theoretischen Kenntnisse und förderte insbesondere das selbstständige Arbeiten sowie das Verständnis für moderne Planungsmethoden.

Kunststoff – Spritzguss
Während der Projektwoche bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung Kunststoff eine praxisnahe Aufgabe aus der Spritzgießtechnik. In Zweierteams erstellten sie eine Musterungsplanung für die Herstellung eines Trinkbechers auf einer schuleigenen Spritzgießmaschine mit schuleigenem Werkzeug. Anschließend setzten die Teams ihre Planung direkt an der Maschine um und führten eigenständig eine Musterung durch. Dabei überprüften und optimierten sie die festgelegten Prozessparameter. Durch die Verbindung von Planung und praktischer Umsetzung konnten die Schüler ihr Prozessverständnis vertiefen und das Zusammenspiel von Material, Werkzeug, Maschine und Prozessparametern besser nachvollziehen. Teamarbeit und eigenverantwortliches Arbeiten standen dabei im Vordergrund.


Faserverbundtechnik – moderne Fertigungsverfahren und Werkstoffprüfung
Im Rahmen der Projektwoche beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Technikerschule Donauwörth, Fachrichtung Faserverbundtechnologie, zwei Tage lang intensiv mit modernen Techniken der Faserverbundtechnik. Zu Beginn fertigten sie einen Schuhlöffel aus Prepreg und legten anhand von Datenblättern selbstständig den Lagenaufbau sowie die Parameter für den Autoklavzyklus fest. Anschließend entstand ein Schreibbrett in Sandwichbauweise, bei dem ein passgenauer Schaumkern mit Holzeinlage hergestellt und mittels Vakuuminfusion verarbeitet wurde – ein für viele neues Verfahren. In dieses Bauteil wurden gezielt Fehler einlaminiert, die die Mitschüler später mit einem Ultraschallgerät auf Form, Größe und Position überprüften. Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Kaskadeninfusion, ein Verfahren zur Fertigung sehr großer Faserverbundbauteile.

TS2 – KFV – Industrie 4.0 (Digitale Transformation)
Im Rahmen der diesjährigen Projektwoche an der Technikerschule arbeiteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse TS2 erneut an der hauseigenen Industrie-4.0-Anlage. Ziel war es, eine durchgängige Prozesskette von der Becherproduktion bis zur automatisierten Befüllung umzusetzen. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Programmierung der kollaborierenden Roboter der Firma Universal Robots. Die Cobots übernahmen sowohl das präzise Handling der Becher als auch den Befüllvorgang mit einem Getränk. Neben der Roboterprogrammierung beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit der Abstimmung der einzelnen Anlagenkomponenten und deren Vernetzung. Dabei wurde praxisnah deutlich, welche Herausforderungen bei der Integration moderner Industrieanlagen auftreten können.
SHK – Heizungsregelung im SmartHome (SRT)
Im Rahmen der Projektwoche der Technikerschule arbeiteten die angehenden Techniker für SHK an zwei Tagen intensiv am Thema KNX-Programmierung zur Regelung einer Heizungsanlage im Smart-Home-Umfeld. Im Fach Steuer- und Regelungstechnik wurde die Aufgabenstellung an einem realitätsnahen Heizungsmodell umgesetzt. Ziel war es, typische Funktionen wie Temperaturregelung, Betriebsartenumschaltung und Zeitprogramme praxisgerecht abzubilden. Die Programmierung und Parametrierung der KNX-Komponenten erfolgte mit der Software ETS 6. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur den Umgang mit Gruppenadressen und Kommunikationsobjekten, sondern auch die systematische Inbetriebnahme und Fehlersuche. Besonders deutlich wurde, wie wichtig das Zusammenspiel von Sensorik, Aktorik und Regelstrategie für einen energieeffizienten und komfortablen Anlagenbetrieb ist. Die Projektarbeit stellte eine wertvolle Verbindung zwischen Theorie und moderner SHK-Praxis dar.



